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Mit
unserem Blick zurück tauchen wir ein in die Geschichte der SG Wangen. Einen
lückenlosen Überblick zu erhalten ist schon aus Platzgründen ein Ding der
Unmöglichkeit. Wir bedienen uns deshalb der groben Züge und erlauben uns,
mit einigen „Müsterchen" die vergangene Zeit zu dokumentieren. Die
Gründung der heutigen Gesellschaft war dagegen ein Akt von unglaublicher
Geschwindigkeit. Am 8. Juli 1877 bestellten einige Schützenfreunde eine
Statutenkommission. Deren Arbeit wurde an einer zweiten Versammlung vom 13.
Juli genehmigt und am 20. Juli fand schon die erste Generalversammlung statt.
Beschlossen wurde ein Eintrittsgeld und ein
Mitgliederbeitrag. Die Euphorie war offenbar gross, denn die meisten Schützen
legten den Jahresbeitrag gleich bei der Versammlung auf den Tisch. Die ersten
Scheiben mussten bei der Schützengesellschaft Olten entlehnt werden, weil bei
der Zeughausverwaltung in Solothurn keine zu bekommen waren. Es ist heute
nicht bekannt, wo genau geschossen wurde. Aber die Namen der Schützen vom
ersten Schiesstag wurden säuberlich festgehalten. Bezeichnend ist natürlich,
dass es fast alles echte Wangner Bürger waren. Die meisten hiessen Frei, Husi,
Studer oder von Wartburg. Die
Fahnenfrage wurde rasch angegangen. Am 5. Mai 1878 wurde die erste Fahne
eingeweiht und wie folgt gefeiert: 11.30
Uhr Versammlung im Schulhause Der
Verein florierte. Am 15. März 1879 wurden Fr. 823.50 Einnahmen und Fr. 637.50
Ausgaben ausgewiesen. Das Vermögen betrug Fr. 227.50. Der Verein befasste
sich bereits mit einer Unfallversicherung für die Zeiger. Das erscheint uns
heute sehr fortschrittlich. Das
Leben unserer Gründer lief nach etwas anderen Zeitbegriffen ab. Vielleicht
könnte man auch sagen, dass sie notgedrungen sportlicher waren als wir es
heute sind. In die damalige Zeit fällt nämlich der Beginn eines Brauches,
der in der folgenden Zeit lange aufrechterhalten wurde. 1879 zogen die
Schützen, zusammen mit den Musikanten und Angehörigen in aller
Herrgottsfrühe los, nach Langenbruck, wo es nach einer kurzen Pause
weiterging nach Balsthal zum Schiessen – und dies alles zu Fuss, versteht
sich. Nach einem weiteren Fussmarsch nach Oensingen brachte dann die junge
Gäubahn unsere Wandervögel zurück nach Wangen. 1888
zog man zum ersten Mal mit Musik zum Schiessen auf den Rumpel, was einige Male
wiederholt wurde. Dann, gegen die Jahrhundertwende wurde die Schiesstätigkeit
„bei den Stöcken", im Bereiche des heutigen Stockbrünneli,
abgewickelt. Schon 1901 konnte dieser Platz wieder nicht mehr gebraucht
werden. Der Rumpel bot wieder für ein Jahr Gastrecht und danach
übersiedelten die Schützen östlich der Huppergrube. Das dauerte wiederum
nur 1 Jahr, weil der Neubau eines Bauernhofes das Schiessen erneut
verunmöglichte. Es blieb den Schützen nur der Ausweg in den „Böhnler"
offen. Dort schossen sie zusammen mit der in den frühen 90er Jahren
entstandenen „Grütlischützengesellschaft". Diese entwickelte sich zur
„Schützengesellschaft Homberg" und mutierte 1908 zu „Freier
Schiessverein". Die Schiessplatzfrage löste sich dank vereinten
Kräften, als am 14. Mai 1911 die Schiessanlage auf der Allmend mit einem
kleinen Matchschiessen zwischen den beiden Vereinen von Wangen eingeweiht
werden konnte. So
ab 1975 wurde die Schiessplatzfrage erneut aktuell. Die gestiegene
Besiedelungsdichte, das veränderte Lärmempfinden der Bevölkerung, die
allgemein sinkende Akzeptanz gegenüber Lärm in der Freizeit und an
Wochenenden, sowie die gestiegenen Sicherheitsanforderungen wurden mehr und
mehr ein Thema. Die Suche nach einem neuen Schiessplatz rückte ganz nach oben
auf der Prioritätenliste. 1979 beschloss das Wangner Stimmvolk einen
Planungskredit für die Planung einer Schiessanlage zusammen mit Kappel. Die
Kappeler Bevölkerung folgte aber der Gegnerschaft, wodurch das Projekt schon
vor der Planung wieder aufgegeben werden musste. Unermüdliche Kameraden
klärten mögliche Lösungen ab, leider allesamt ohne Erfolg. Die Zeit drohte
jedoch langsam zu zerrinnen. Die äusserst schlechten baulichen Verhältnisse
der Schiessanlage und die sich langsam abzeichnenden Probleme im
Sicherheitsbereich rückten die Schliessung der Schiessanlage in greifbare
Nähe. Dank der guten Disziplin der Schützen und deren Wissen im ihre „Verletzlichkeit"
konnten Unfälle vermieden und die Zeit für eine gute Lösung überbrückt
werden. Die
elektronische Treffererfassung brachte gegenüber der
früheren Jahre etliche neue Aspekte. Gegenüber
handgezeigten Schützenfesten begann sich Misstrauen zu entwickeln, denn es
keimten da und dort Vermutungen, dass die Zeiger zu Gunsten der
durchführenden Vereine und gegen den Schützen „zeigen" würden. Ein
Schützenkamerad meinte sogar einmal, dass er solche Feste konsequent meiden
werde. Diese Vermutungen verletzten einen - den Zeigern heiligen –
Ehrenkodex und muss auch heute noch als Unterstellung zurückgewiesen werden. Die
Kapazität der Schiessplätze wurde enorm gesteigert, was eine gleichzeitige
Reduktion der Schiesstage erlaubte, und / oder regionale Konzentrationen
erlaubte. Anstelle
der Zeigermannschaft brauchte es jetzt eine Equipe von Anlagewarten, welche
durch gezielte Ausbildung in die Lage versetzt wurde, die Trefferanzeigeanlage
sachgerecht zu programmieren und zu warten. Die
Elektronik eröffnete zudem neue Möglichkeiten für die Resultaterfassung und
–auswertung. Anbindung Just
in unserem Jubiläumsjahr wurden alle Schützenvereine schweizweit in einen
Verband überführt, was den verschiedenen Vereinen längerfristig bessere
Überlebenschancen bringen wird. Die zentralen Fragen, welche durch die
anstehende Armeereform (Armee XXI) aufgeworfen wurden, verlangten Einigkeit
unter den Freunden einer Randsportart, welche sich permanent gegen
Lärmreklamationen wehren muss. Es mag für viele Schützenkameraden nicht
einfach sein, wenn die bisherigen Motive für einen Alleingang plötzlich
nicht mehr zählen. Die nahe Zukunft dürfte es jedoch aufzeigen, dass nur der
eingeschlagene Weg zum Erfolg führen wird. Die
Nullerkelle, unser Vereinsbulletin, wird durch den Initianten Loosli Urs aus
der Taufe gehoben. Er organisiert auch das erste Skiweekend im Hasliberg. Der
Verein gibt sich neue Statuten. Jene von 1910 werden würdig geschlossen. Der
Verein beschafft den ersten Computer und tritt damit ins Zeitalter der
Informatik ein. Nach
1980 3. Teilnahme am Rütlischiessen Die
Nullerkelle erscheint in Zukunft nur noch 2 mal
jährlich. Sie soll dem Verein ein Sprachrohr sein, um seine Anliegen an
Mitglieder und Dritte weiterzu-tragen. Das
16. St. Gallusschiessen wird zum schönen Erfolg, denn erstmals verzeichnen
wir genau 1000 Schützen! Kohler
Peter wird zum 2. Ehrenpräsidenten der SGW ernannt. Die Gemeinde Wangen kann
sich mit Fr. 700'000.- in die Schiessanlage Gnöd Hägendorf einkaufen. Mit
diesem Geld und rund 400 Fronstunden wird die Anlage saniert und mit einer
elektronischen Trefferanzeigeanlage (20 Stk Polytronic PT 3002) ausgestattet. Am
2. März Eröffnungsschiessen in Hägendorf! Ab
diesem Jahr müssen die Teilnehmer an der obligatorischen Bundesübung keinen
Beitrag mehr entrichten. Unsere
Präsenz in der Gemeinde Wir
haben es unter dem Titel „Kulturelle Verwurzelung" bereits angetönt,
dass wir den Fortbestand unseres Vereines aktiv gestalten. Die folgenden
Aktivitäten unterstreichen dies Wir
führen jährlich Jungschützenkurse durch. Es
traf sich gut, dass in den Zwischenjahren das Bornfest, und danach als
Ablösung das Eys Fescht durchgeführt wurde. Da mischten wir jeweils mit
Älplermagronen mit, obwohl sich der Erfolg eigentlich in Grenzen hielt. Aber
der Gedanke des kulturellen Beitrages ans Gemeindeleben motivierte uns stets
wieder neu. Jedes
Jahr führen wir ein gutdotiertes Endschiessen durch, mit einem Absenden im
Brune Mutz, welches als eigentliches Vereinsfest der SGW gilt. Wir
laden unsere Mitglieder, auch nicht aktive Schützen, jedes Jahr zu einem
Skiweekend, zur Zeit in der Lenk, ein. In
der Winterpause findet jeweils ein Schützenjass statt. In
den letzten Jahren, mit einigen Unterbrüchen haben wir stets einen
Tagesausflug für den Vorstand, Ehren- und Kommissionsmitglieder organisiert. In
den Jahren 2001 und 2002 haben wir die Gelegenheit wahrgenommen, an der
neuorganisierten Papiersammlung in der Gemeinde teilzunehmen. Dies war jeweils
ein für die Helfer ansprechender, kurzweiliger Anlass, weil es nach getaner
Arbeit um die Pflege der Kameradschaft ging. Unsere
vielfältigen Aktivitäten, welche neben dem Schiessport organisiert werden
müssen, führen oft zu einer einseitigen Lastenverteilung, die hin und wieder
zu Verschleisserscheinungen führt. Dem könnte entgegengewirkt werden, indem
man Vereinsmitglieder rekrutieren könnte, welche zwar nicht schiessen, sich
aber trotdzem in irgend einer Weise dem Verein
nützlich machen möchten. Wir haben einige solcher treuer Helfer, welche uns
jeweils bei grösseren Anlässen unterstützen. Auch Sie sind herzlich dazu
eingeladen! Ausblick Armeereform
A XXI Gemäss
Aussagen des Departementsvorstehers VBS, BR samuel Schmid, wird das
obligatorische Bundesprogramm im ausserdienstlichen Schiesswesen aufrecht
erhalten. Es könnte allerdings eine etwas andere Form kriegen. Die
Durchführung muss jedoch den Schiessvereinen übertragen werden, welchen
damit ihre Legitimation erhalten bleibt. An
dieser Stelle muss auch erwähnt werden, dass in dieser Hinsicht die
Sportschützen Wangen unerhört gute Nachwuchsförderung betreiben, von der
wir 300m Schützen profitieren können. Die
Suche wurde in der Zwischenzeit praktisch auf Null reduziert. Man wartet auf
eine Gelegenheit oder auf das Eintreten eines glücklichen Zufalles, um die
Diskussion erneut aufzunehmen. Unter Umständen könnte sich eine Situation
ergeben, wo man zusammen mit einem oder mehreren anderen Vereinen etwas
aufbauen könnte, das jeder für sich nicht realisieren könnte. |